Wie in vielen anderen Städten fehlt es auch in Weimar an Wohnraum. Im Süden der Stadt, auf einem Acker am Merketal, soll daher ein neues Wohngebiet entstehen. Die Umwandlung von Ackerland in Siedlungsfläche gilt jedoch als Sündenfall der nachhaltigen Stadtplanung. Täglich gehen in Deutschland 50 Hektar naturbelassener oder landwirtschaftlich genutzter Flächen verloren. Wohnungsbau versus Flächenverbrauch - hier kollidieren zwei gleichermaßen wichtige Ziele. Hinzu kommt: auf den totgespritzen Flächen der konventionellen Landwirtschaft wächst kein Kraut und fliegt kein Vogel mehr. Mittlerweile gibt es in Städten mehr Biodiversität als auf modernen Agrarlandschaften. Ein weiterer Widerspruch liegt im weit verbreiteten Wunsch nach dem eigenen Haus – und der schlechten Bilanz dieser Wohnform bei Energiebilanz, Nachhaltigkeit und Flächenverbrauch. Was also tun? Im städtebaulichen Entwurf wollen wir ausloten, wie sich Nachhaltigkeit und Wohnungsbau vereinbaren lassen und dabei alle Szenarien zwischen Verzicht, Verdichtung, Bebauung und Begrünung durchspielen. |