| Beschreibung |
Das Entwurfsprojekt erkundet, wie sich ›klassische‹ Architektur weiterbauen lässt. Gegenstand der Untersuchung ist das sogenannte »Löwengebäude«, das 1832–34 nach einem Entwurf von Ernst Friedrich Zwirner errichtete Hauptgebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Da der Entwurf nur unvollständig (ohne Seitenflügel) ausgeführt wurde, eignet sich der Bau hervorragend, um daran zu erproben, wie es aussehen würde, wenn es erlaubt wäre, daran weiterzubauen — und zwar jenseits der nach wie vor vorherrschenden Doktrin vom ›modernen‹ Gegensatz einerseits oder der Rekonstruktion (die hier natürlich eine Konstruktion wäre) andererseits. In Hintergrund steht dabei eine Unzufriedenheit mit beiden Alternativen: Wir sind darauf zurückgeworfen, irgendetwas mehr oder weniger Abstraktes hinzuzufügen, weil wir gar nicht anders können, oder aber nachzuäffen, was wir selbst nicht hätten schaffen können; denn es mangelt uns an Verständnis für die klassischen Formen, und damit auch am Vermögen, an ihnen weiterzubauen. In unserem Projekt soll es deshalb darum gehen, gemeinsam zu erkunden, wie wir uns verlorenes Wissen wieder aneignen können, ohne dabei in unhinterfragtes Kopieren zu verfallen. Es handelt sich mithin um ein spekulatives Projekt, bei dem es darum geht, Gestaltungsmöglichkeiten zu erproben. Der Entwurf beinhaltet eine Exkursion nach Halle. Das Thema kann auch als Master-Thesis bearbeitet werden. |