| Beschreibung |
Algorithmische Medien prägen zunehmend, was als Wirklichkeit wahrgenommen und was als Zukunft vorstellbar oder zugänglich scheint. Maschinelles Lernen, algorithmische Empfehlungs- und Entscheidungssysteme, bildgebende Verfahren wie Computersimulationen, VR-Umgebungen und generative KI (KI-basierte Bild und Texterstellung) fungieren nicht nur als arrivierte technische Werkzeuge, sondern schreiben sich grundlegend in die Kulturproduktion ein und schaffen neue Möglichkeiten – aber auch Limitierungen – der Welterfahrung. Algorithmische Systeme sind maßgeblich daran beteiligt, kollektive Vorstellungen, Bilder und Narrative zu produzieren. Das Studienmodul „Imaginal Machines – Algorithmische Medien und das Imaginäre” untersucht diese Zusammenhänge aus einer medientheoretischen und medienkulturwissenschaftlichen Perspektive und fragt danach, wie algorithmische Systeme in das kollektive Imaginäre eingreifen, es mitgestalten und selbst imaginäre Qualitäten annehmen und als „imaginaries” wirken. In Teil I steht das Imaginäre als theoretische Kategorie im Zentrum, welche zwischen Wahrnehmung, Vorstellung(sbildern), und sozialer Ordnung vermittelt. Hier beschäftigen wir uns vor allem mit theoretischen Ansätzen, die das Verhältnis von (kollektiver/kultureller) Imagination und Mediation (Materialität/Mediatisierung) thematisieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, inwiefern Medien als ‚imaginale Maschinen‘ verstanden werden können, die Möglichkeitsräume erzeugen, Wahrscheinlichkeiten visualisieren und spekulative Zukünfte entwerfen. Im zweiten Teil des Moduls verbinden wir theoretische Textarbeit mit der Analyse konkreter medialer Praktiken und Phänomene (z. B. KI-Bildgeneratoren, Computersimulationen, Datenvisualisierungen, VR-/AR-Umgebungen). Ziel ist es, unterschiedliche Weisen des ‚socio-technical imagining‘ zu untersuchen und gemeinsam zu diskutieren. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, eigene Fragestellungen einzubringen und algorithmische Medien als Akteure zu reflektieren, die zwischen technischer Rationalität und imaginativer Produktivität operieren. |