| Beschreibung |
Was heißt: Lesen? Was heißt: Schreiben? Die Alltäglichkeit bestimmter Praktiken verdeckt leicht, dass sich hinter ihnen oft komplexe Gefüge ganz unterschiedlicher Bedingungen verbergen. In den Fällen des Lesens und des Schreibens sind das nicht nur sprachliche Aspekte, sondern auch technische, körperliche, kognitive, institutionelle und politische. Und nicht zuletzt deren Geschichtlichkeit. Denn diese Gefüge sind historisch nicht stabil: Was lesen ist, was schreiben ist, variiert mit unterschiedlichen ›states of the art‹. Sich dem Lesen und dem Schreiben, ihren Bedingungen und Implikationen, ihren Geschichten und Zukünften zu widmen, ist Gegenstand der zwei Seminare dieses Moduls. Die Perspektive dafür ist die Kulturtechnikforschung. In den Blick gerät so zweierlei: Wie Lesen und Schreiben als Techniken immer schon durch kulturelle Faktoren geprägt sind, aber auch, wie solche Techniken erst produzieren, was wir Kultur nennen. Dieser Doppelfundierung werden die Seminare durch Lektüre und Diskussion einschlägiger Texte sowie eigener Schreib- und Leseexperimente auf den Grund gehen. |