| Beschreibung |
Der Übermensch ist der Sinn der Erde” – mit diesem Satz Friedrich Nietzsche setzt das Seminar ein Leitmotiv, das zugleich Herausforderung und Kompass ist: Was heißt es, „Sinn der Erde” zu sagen – und welche Denkfiguren entstehen, wenn Transzendenz nicht als Flucht aus der Welt, sondern als immanente Bewegung in der Welt verstanden wird?Ausgehend von Also sprach Zarathustra nähern wir uns einer Auswahl von Texten, die unterschiedliche Modelle von Weltbezug, Erdverhältnissen und „Umweltlichkeit” entfalten: etwa Peter Sloterdijks Sphären-Denken, Edmund Husserls Idee der Sinn- und Bodenfunktion der Lebenswelt sowie Perspektiven auf den Übergang vom geschlossenen zum offenen Universum (u. a. bei Hans Blumenberg und Alexandre Koyré). Ergänzend können Ansätze von Philosophien der Umweltlichkeit und Erdgebundenheit (Geotrophie) in den Blick kommen: Wie „nährt” uns die Erde – materiell, symbolisch, orientierend? Und wie verändern moderne Kosmologien, Technik- und Raumfahrtnarrative diesen Boden unter den Füßen?Methodisch setzt das Seminar auf ein Wechselspiel von Lektüre und Film: Texte werden mit ausgewählten Filmsequenzen verschaltet – oder umgekehrt Filme mit passenden Texten gelesen. So können Szenen aus 2001: A Space Odyssey, Avatar, Total Recall oder Interstellar zum Ausgangspunkt werden, sofern sie die Erde als Referenzpunkt, Herkunftsort oder Problemhorizont thematisieren – oder Geotrophie explizit verhandeln. Die Filmliste ist dabei offen und kann gemeinsam erweitert werden.Besonders wichtig ist, dass die gemeinsame Arbeit didaktisch sorgfältig und verständlich angelegt ist: Begriffe und Argumentationsgänge werden schrittweise erschlossen, zentrale Passagen gemeinsam gelesen, Kontexte geklärt und Interpretationen diskutiert. Ziel ist ein Seminar, das anspruchsvolle Theorie nicht voraussetzt, sondern zugänglich macht – und zugleich Raum für präzise begriffliche Arbeit und gemeinsame Denkexperimente bietet.Wer sich für Nietzsche, Welt- und Lebensweltfragen, Kosmologie, Technik- und Umweltphilosophie interessiert – und Lust hat, Texte und Filme als gegenseitige „Lesebrillen” zu nutzen –, ist herzlich eingeladen. |