| Beschreibung |
Alles ohne MICH??? Skandal! - Zu den Grundannahmen (nicht nur) der Medienphilosophie gehört der Gedanke, daß das Denken und überhaupt alle „Bewußtseinsleistungen” wie Wahrnehmen, Meinen, Fühlen usw. keineswegs (allein) „in uns” stattfinden und dem menschlichen Subjekt, das sich für deren Aufführungsort und Besitzer hält, nicht (allein) „gehören” Geophilosophie ist eine Annäherung an diesen Leitgedanken. Sie geht davon aus, daß das Denken eine Geographie hat und in einer Geographie stattfindet, von der es unter Bedingungen gesetzt wird. Es stellt auch Geographie selbst her, z.B. „Denklandschaften”. Was geschieht, wenn man auf diese Weise Landschaften als Denklandschaften liest und feststellt, daß die Landschaft selbst, ja daß der Planet „denkt”? „Für wen hält sich die Erde?” Um dies zu erforschen, werden wir im Plenum einerseits in ausgewählten kurzen Passagen und im Close Reading Verfahren Grundlagentexte zur Geophilosophie von Gilles Deleuze und Félix Guattari sowie von Stephan Günzel lesen. Andererseits werden wir Geo-Medien betrachten. So sind Karten, Globen und Atlanten mögliche Gegenstände, aber auch die Instrumente der Vermessung, der Verzeichnung und der Analyse auch der Geologie, die Netzwerke und Schaltstellen der Globalen Kommunikation ebenso wie der Blick aus dem All auf die Erde und der weltumspannende Satellitengürtel oder globale Wetter- und Klimadiagramme. Es geht auch um Geo-Kunst, etwa in der Land Art und der Environmental Art und um Landschaft und ihre Verfertigung in der Literatur, im Film und anderen Medien. Daneben wären auch Exkursionen denkbar, etwa zum archäologischen Freigelände in Weimar-Ehringsdorf, zum Senckenberg Natur-Museum in Frankfurt oder zum Zeiss-Planetarium in Jena. |