In dem Modul setzen wir uns damit auseinander, wie ‚Stadt‘ und ‚Land‘ als kulturelle, stets relational aufeinander bezogene Imaginations- und soziale Lebensräume durch Medien reflektiert, mitgestaltet oder überhaupt erst hervorgebracht werden. Im Zentrum steht die Frage, wie Vorstellungen von Urbanität und Ländlichkeit medial geprägt, tradiert und transformiert werden – und wie diese Imaginationen wiederum Wahrnehmungen und Deutungen gesellschaftlicher Wirklichkeit strukturieren und in soziale Praktiken und Aushandlungsprozesse hineinwirken. Auf der Grundlage von Lektüren zu kultur- und medienwissenschaftlichen Raumkonzepten diskutieren wir zum einen Fallstudien aus dem europäischen Kontext, die mediale Infrastrukturen, Praktiken und Aneignungsformen städtischer und ländlicher Räume untersuchen. Zum anderen widmen wir uns der Analyse künstlerischer und populärkultureller Darstellungsformen. Wie werden ‚Stadt‘ und ‚Land‘ in europäischer Literatur, audiovisuellen Erzählungen oder Popmusik repräsentiert und erfahrbar gemacht? Welche Affekte, politischen Implikationen und sozialen Konflikte sind an diese Räume gekoppelt? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem zeitgenössischen europäischen Kino. Eine gemeinsame Exkursion zum Filmfestival Crossing Europe eröffnet die Möglichkeit, Stadt-Land-Verhältnisse nicht nur anhand filmischer Repräsentationen, sondern auch im Modus konkreter Medienpraxis zu reflektieren. Als urbane Veranstaltungsform erzeugt das Festival eine temporäre mediale Raumordnung, in der vielfältige filmische Entwürfe von Urbanität und Ländlichkeit relational zueinander treten. Das kuratierte Programm fungiert dabei als Verdichtungsraum, in dem unterschiedliche lokal, regional, national und transnational bestimmte Lebenszusammenhänge Europas in ihrer wechselseitigen Bezogenheit erfahrbar gemacht werden. Das Seminar richtet sich an EMK-Studierende des Abschlussjahrgangs. Wegen der Organisation der Exkursion zum „Crossing Europe”-Festival in Linz (29.4.-2.5.) ist eine verbindliche Anmeldung bis Ende Februar erforderlich. |