| Beschreibung |
Seit der Lancierung von ChatGPT und ähnlich leistungsstarken Large Language Models (LLMs) lassen sich im Literaturbetrieb unterschiedliche Tendenzen beobachten: Erstens kollaborative Autorschaften in der Tradition avantgardistischer Verfahren, die LLMs als Experimentierfelder literarischer Innovation nutzen (u. a. Bajohr, Becker, Goodwin, Guse, Merino) und Originalität gezielt aus der Friktion mit der epigonalen Logik statistischer Sprachmodelle gewinnen. Zweitens eine gegenläufige Entwicklung: massenhaft KI-generierte Write-on-Demand-Texte, vor allem über Plattformen wie Amazon verbreitet, geprägt von kulturindustriellen Logiken der Serialisierung, Skalierung und Monetarisierung. Diese medienökologischen Transformationen werden im Plenum auf Grundlage einschlägiger KI-Literatur sowie literatur- und medienwissenschaftlicher Texte diskutiert: verschiedene KI-spezifische Medienästhetiken (etwa Glitches und Slop), das Zusammenspiel generativer Paratexte (Code, Prompts) und literarischer Outputtexte, die medientechnischen Grundlagen der Transformer-Architektur sowie die bis in die 1950er Jahre zurückreichende Vorgeschichte artifizieller Textproduktion. Zudem wird kollaboratives Schreiben mit verschiedenen LLMs in praktischen Schreibübungen erprobt. |