Klauen, Kopieren, Simulieren: Der Mythos des schöpferischen Genies prägt die gesellschaftliche Vorstellung künstlerischer Produktion. Die Praxis ist meist vielseitiger und Referenz, Imitat und Kopie sind wichtiger Teil des Prozesses. Das Modul wandert genüsslich auf dem Grat zwischen Inspiration und Abklatsch und stellt Fragen zu Aneignung, Rekontextualisierung und Wertzuschreibungen: Welche Formen von kreativer Arbeit gelten als originell? Welche Bilder, Erzählungen und Materialien prägen das eigene künstlerische Denken und aus welchen kulturellen, medialen oder persönlichen Kontexten stammen sie? Künstlerische Methoden bieten dabei einen Freiraum, auf den gesellschaftlichen Umgang mit dem Phänonem Kopie und dessen Abwertung zu blicken. Interdisziplinarität | Während des Kurses arbeiten wir an kleinen praktischen Übungen im Workshopformat, die dazu ermutigen sollen, neue künstlerische Strategien für die eigene Praxis zu erproben. Anhand von Beispielen aus der bildenden Kunst, Film, Medientheorie und Design wird der Kurs disziplinübergreifenden Input geben und mitgebrachte Referenzen der Studierenden verschiedener Fachbereiche diskutieren. Der Kurs strebt an, disziplinäre Grenzen zu überwinden und sich auf die umfassendere Frage nach Wertzuschreibung und künstlerischer Arbeitsweise zu konzentrieren. Lernziele & Kompetenzerwerb | In einer erschlagenden Konsumlandschaft endlos wiederholter Informationen, Bilder, KI-Slop und dem daraus resultierenden Gefühl des rasenden Stillstands, zeigt das Modul Möglichkeiten für einen Umgang mit Referenzen und vorgefundenen Material im gestalterischen Prozess auf. Dabei entmystifiziert der Kurs das Originalitätsdiktum des künstlerischen Prozesses. Gängige Prinzipien (künstlerischer) Produktion werden hinterfragt: die Konkurrenz um Ideen, das Arbeiten als Einzelkämpfer*in und die vermeintliche Geburt des Kunstwerks aus der eigenen Vorstellungskraft. In praktischen Workshopphasen ist Raum für radikales Nachmachen und Spaß an der Vielfalt der Imitation. Abschließend wird gemeinsam eine Ausstellung umgesetzt oder eine Publikation erstellt. Didaktisches Konzept | In drei Blöcken von jeweils zwei Tagen verbinden wir praktische Übungen mit Theoriefragmenten. Jeder Block besteht aus mitgebrachten Referenzen, die wir uns gemeinsam erarbeiten und diskutieren. Danach wird es zum jeweiligen Thema einen theoretischen Input geben, durch den wir die Beispiele mithilfe von Theorie und Kunstgeschichte einordnen. Abschließend werden wir in jedem Block in einem kurzen Zeitraum entweder eine Gruppenarbeit erstellen oder einzeln an Mikroaufgaben arbeiten, aus deren Ergebnissen die Grundlage für unsere Präsentation zur Summaery entsteht. Block 1: TÄUSCHEN – Die perfekte Kopie ft. Amalia Uhlmann, Sherie Levine, Baudrillard, Mimikry, Goethes Gartenhaus 2 Block 2: NACHMACHEN – Der Charme der Imitation ft. Harry Hachmeister, Adorno, TikTok, Guest Lecture To Be Announced. Block 3: REPRODUZIEREN – Kunst als Produkt ft. Richard Prince, Michael Mandiberg, Appropriation Art, Walter Benjamin, Freaky Friday. |