| Beschreibung |
Einen Film zu produzieren bedeutet, festen Regeln, klar definierten Phasen und hierarchischen Strukturen zu folgen. Es gibt Regisseurinnen, Produzentinnen, Abteilungsleitungen, Seniors, Juniors, Assistenzen und sogar die Person, die den Kaffee bringt. Jede dieser Rollen ist wichtig und notwendig. Dieser Kurs schlägt jedoch vor, eine andere Form der Produktion zu erproben: eine kollektive, horizontale und kollaborative Praxis. Der Kurs ist eine Antwort auf die (soziale, ökonomische und kreative) Einsamkeit, die gegenwärtige gesellschaftliche Dynamiken prägt. Die Kreativindustrien sind zunehmend von neoliberalen Praktiken bestimmt, in denen Leistung anhand von Erfolg gemessen wird, in einem Umfeld von Konkurrenz, Isolation und dem Ausschluss marginalisierter Stimmen. Das Collective Animation Lab versteht sich als Raum der Begegnung, der Reibung, des Kontakts, der Fürsorge und des gemeinsamen Schaffens. Gemeinsam Filme zu machen ist hier eine Möglichkeit, dem Alleinsein zu widerstehen und neue Formen des Denkens, Vorstellens und Produzierens zu entwickeln. Wie entsteht ein Kollektiv? Wie realisiert man gemeinsam einen Film – von der Idee bis zur Fertigstellung? Im Verlauf des Kurses arbeiten wir mit flacheren Strukturen und Prozessen, die auf Konsens, geteilter Verantwortung, Autonomie, Respekt und gegenseitiger Fürsorge basieren. Es geht darum, in Gemeinschaft zu schaffen und die traditionellen Dynamiken audiovisueller Produktion neu zu denken. Im Rahmen dieses Fachmoduls realisieren wir gemeinsam einen oder mehrere animierte Kurzfilme. Das Ergebnis kann unterschiedliche Formen annehmen: einen Omnibusfilm, verbundene Episoden, ein „Cadavre Exquis”, eine audiovisuelle Collage oder auch eine Installation. Da die Methoden kollektiver Kreation vielfältig sind, beginnen wir den Kurs mit Übungen, um gemeinsam Thema und Form des Projekts zu entwickeln. Das Ziel ist es, ein audiovisuelles Werk zu produzieren, in dem jede teilnehmende Person ihre eigene künstlerische Handschrift hinterlässt – visuell wie klanglich – und in dem Autorschaft als geteilte Erfahrung verstanden wird. Während der Summaery besteht die Möglichkeit ein Format zu entwickeln, um den Film zu zeigen und/oder fertigzustellen. Wenn du dich für Animation – sowohl im Bild als auch im Ton – interessierst, bereits etwas Erfahrung mitbringst und dich ein kollaborativer, gleichberechtigter kreativer Prozess anspricht, in dem Ideen aus den Erfahrungen der Gruppe entstehen und gemeinsam an einem Ziel gearbeitet wird, dann ist dieser Kurs für dich. Um dich für diesen Kurs anzumelden, sende bitte eine E-Mail an ana.maria.vallejo.cuartas@uni-weimar.de mit einer kurzen Motivation, deinen Interessensschwerpunkten (Sound und/oder Animation) sowie einer Arbeitsprobe, die deine bisherigen Erfahrungen zeigt. |