3. iRRATIONALE – „Brot und Spiele” Verschwörungserzählungen operieren mit Verfahren, die auch künstlerische Produktion kennzeichnen: Herstellung von Plausibilität bei unwahrscheinlichen Prämissen, strategisches Offenhalten von Möglichkeiten, insistentes Weitererzählen trotz Brüchen. Nicht der Inhalt steht im Zentrum, sondern die Mechanik der Glaubwürdigkeitsproduktion. Wie entsteht Evidenz? Wie stabilisiert sich ein Narrativ? Wie organisiert sich Gemeinschaft um Behauptungen? Dieser Fachkurs nimmt diese Mechanismen zum Ausgangspunkt. Statt bekannte Motive lediglich zu reproduzieren, werden ihre strukturellen Bausteine analysiert, übersteigert und produktiv gewendet. Mondlandung, Flacherde, Lab-Leak, Freimaurer, Xavier Naidoo oder der Weihnachtsmann: Die Beispiele fungieren als Material, nicht als Position. Eigene Verschwörungserzählungen können entwickelt, kombiniert oder systematisch eskaliert werden. Kryptische Ökonomien, paranormale Dienstleistungen und spekulative Gerätearchitekturen entstehen im Prozess – vom Alu-Hut über Astralprojektionsworkshops bis zur eigenen Kryptowährung. Auch der Bau großformatiger Apparaturen bleibt denkbar; niemand hat jedoch die Absicht, den größten Orgon-Akkumulator Thüringens in Raum 207 zu errichten. Vom 8.–12. Juni 2026 versammelt die 3. iRRATIONALE Performances, Talks, Workshops, Screenings und Interventionen zwischen Analyse und Exzess. Es wird geraunt, kombiniert und weitergesponnen – trans-, inter- und paranormale Praktiken eingeschlossen. Alle Beiträge werden selbstverständlich nach den Regeln guter wissenschaftlicher und künstlerischer Praxis durch das Institut für Regionale Realitäts-Experimente (iRRE@Bauhaus) geprüft und zertifiziert. Zeitreisen bleiben gemäß den Nutzungsbedingungen des Servicezentrums Liegenschaften unzulässig. |