| Beschreibung |
(ad hoc, lat,: spontan, dafür, hierfür, aus dem Augenblick heraus, für diesen Zweck;) Mit Play möchten wir verschiedene Spielräume ergründen – sowohl methodisch als auch typologisch arbeiten wir über den Verlauf des Semesters mit Strategien zwischen Adhocism und Improvisation. Wir begreifen Spiel als Werkzeug zum Entwerfen und Räume zum Spielen als wertvolle Freiräume unserer Umwelt, die wir architektonisch kultivieren wollen. Beim Gestalten werden wir Synergien zwischen Regel und Spiel, zwischen Disziplin und Variation im Entwerfen kennenlernen und gezielt einsetzen, um uns Grundlagen architektonischen Denkens anzueignen. Wichtiger Bezugspunkt ist das 1972 von Charles Jencks und Nathan Silver veröffentlichte Buch Adhocism, das ein Improvisieren aus Fragmenten propagiert. Adhocism arbeitet mit vorhandenen Ressourcen unserer alltäglichen Umgebung, um eine Haltung des Weiterbauens mit multiplen Autorenschaften zu kultivieren. Adhocism ist spontan, subversiv und hinterfragt die üblichen Planungsprozesse zugunsten eines Pluriversums, das das Ganze in Teilen denkt und imstande ist, lokal und situativ im Hier und Jetzt zu reagieren. Wir nutzen diese Sichtweise, um uns Bauformen anzueignen und mit verschiedenen künstlerischen und architektonischen Verfahren gestaltend umzubauen. Wir beginnen mit kleinen Improvisationen als zeitgenössisches Bauhaus-Retake, um künstlerische Verfahren beim Gestalten zu erproben. Wir bauen Räume für Sport und Spiel, für Licht und Luft, die im darauffolgenden Schritt ad-hoc als Katalysator eines großen Gebäudes verbaut werden. Zwischen Tartanbahnen, Skatepark und Zirkuszelt entwerfen wir gemeinschaftliche Räume für Play, Feste und Wellness. Kleine Commonings als adaptionsfähige Orte und Bindeglieder unserer Gesellschaft, die Teilhabe, Toleranz und Fairness fördern. Als aufnahmefähige Spielfelder für Begegnung, Inklusion und Fun, abseits von den üblichen Dos & Don’ts. Um unsere eigene Auseinandersetzung zu fördern werden wir als zusätzliche Reflexionsebene die Texte eines Studio-Readers einbinden und auf einer kleinen Exkursion Räume für Play direkt erleben und verstehen. Wir sehen das Studio als Werkstatt, zum Erproben, Improvisieren und Anwenden verschiedenster Werkzeuge und Haltungen. Begleitend und inhaltlich eng mit dem Kernmodul verknüpft wird die Teilnahme am Seminar „Workout“ empfohlen. |